Menschen mit Problemen, Teile I bis III

UND JETZT: DIE WELT! / UND DANN KAM MIRNA /NACH UNS DAS ALL
von Sibylle Berg

REGIE Franz-Xaver Mayr
B├ťHNE Korbinian Schmidt
KOST├ťME Michela Fl├╝ck
MUSIK Matija Schellander

Premiere am 29. M├Ąrz 2019

Um die Jahrtausendwende war die Zukunft ein gro├čes, buntes Versprechen. Und manche waren damals jung und erfinderisch: In ihrer WG-K├╝che brauen vier Studentinnen selbstgekochtes Viagra zusammen, das sie im Internet verkaufen, machen Yoga und Zumba und verwirklichen sich in Mode-Blogs. Der erste Teil der Trilogie, von der Fachzeitschrift ÔÇ×Theater heuteÔÇť zum deutschsprachigen St├╝ck des Jahres 2014 gew├Ąhlt, ist ein Portr├Ąt ├╝ber die Generation 20 +, die nicht wei├č, wof├╝r sie k├Ąmpfen soll, w├Ąhrend drau├čen die Welt darauf wartet, dass sich etwas Gr├Â├čes ereignet.

 Zehn Jahre sp├Ąter sind aus den jungen Frauen M├╝tter geworden, die sich alleinerziehend recht prek├Ąr durchs Leben schlagen. Aber auch mit Mitte 30 sind sie voller Ideale, Tr├Ąume und Sehns├╝chte: ein Umzug aufs Land zum Beispiel, zum Aufbau einer ├Âkologisch korrekten Freundinnen-Kommune. Irritierenderweise aber legt der pubertierende Nachwuchs einen sp├Ątkapitalistischen ├ťberlebenswillen an den Tag, der eigene Ziele verfolgt, die nicht mit denen der M├╝tter identisch sind.

Eine weitere Dekade sp├Ąter, inzwischen sind die Kinder aus dem Haus, tr├Ąumen die Frauen davon, den Planeten gleich ganz zu verlassen und auf dem Mars einen neuen Staat zu gr├╝nden. Leider mit ein paar M├Ąnnern. Was dumm ist, denn damit nimmt man seine ganzen alten Probleme doch irgendwie wieder mit. Und wenn am Ende gefragt werden wird: ÔÇ×Was habt Ihr gemacht, w├Ąhrend die Welt unterging?ÔÇť, werden sie wohl antworten m├╝ssen: ÔÇ×Wir haben ├╝ber Beziehungen geredet.ÔÇť

Sibylle Berg, in der DDR geborene und in Z├╝rich lebende Autorin, schreibt ├╝ber Menschen, die in jedem Lebensjahrzehnt, in jeder Epoche und so auch in der Zukunft vor neuen Herausforderungen stehen. Humor, Melancholie und hohe Pointendichte: Die Autorin gibt in dieser zwischen 2013 und 2017 entstandenen Trilogie einem Lebensgef├╝hl Ausdruck, das die Misere der Welt glasklar erkennt, ├Ątzend benennt und doch nichts ├Ąndern kann. Das ist sehr traurig. Und rasend komisch.